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Wenn Sicherheit plötzlich etwas anderes bedeutet.

Leo hat sich entschieden. Gegen die Bank. Gegen den Langzeitvertrag. Gegen eine sichere Karriere in einem etablierten Unternehmen. Stattdessen: Startup, Berlin, Remote-Job. Ausprobieren statt Absichern.

Was am Küchentisch der Familie Schwarz beginnt, zieht weite Kreise – hinein in die Arbeitswelt, hinein in die Chefetagen. Denn was zwischen Leo und Rudolf passiert, erleben heute viele Führungskräfte im Alltag: zwischen Babyboomern und der Generation Z. Täglich. Überall.

Aber was steckt wirklich hinter diesen Spannungen? Und wie kann man damit umgehen? Wir werfen einen genaueren Blick auf das Miteinander (und Gegeneinander) der Generationen im Arbeitsalltag.

Hier geht’s zum ersten Teil der Geschichte – und zu den Wurzeln des Generationenkonflikts.

Sicherheit war früher ein Ziel – heute ist sie oft eine Illusion

Rudolf hat sein Leben lang gearbeitet, um Sicherheit zu schaffen. Er steht für das klassische Bild eines loyalen, verantwortungsvollen Arbeitnehmers. Einer, der bleibt. Der sich hocharbeitet. Für den Besitz – vom Eigenheim bis zur Betriebspension – Freiheit bedeutete.

Leo dagegen ist in einer Welt aufgewachsen, in der Sicherheit nicht mehr automatisch mit einem festen Arbeitsplatz verbunden ist. Für ihn bedeutet Sicherheit, beweglich zu bleiben – Optionen zu haben. Ein stabiles Netzwerk gibt ihm mehr Halt als ein unbefristeter Vertrag. Eigentum ist kein Ziel mehr, sondern oft ein unerreichbarer Luxus. Die Prioritäten haben sich verschoben: weniger Absicherung, mehr Gestaltungsspielraum im Hier und Jetzt.

Diese Sichtweise sorgt für Reibung. Rudolf sieht in Leos Entscheidung Unsicherheit. Leo sieht darin längst Normalität – nicht als Bedrohung, sondern als Startpunkt für Flexibilität.

„Wenn die Welt unsicher ist, lebt man auch so“

Rudolf kennt dieses Gefühl. In seiner Jugend gab es keine großen Entscheidungsspielräume. Fragen wie „Was will ich eigentlich?“ oder „Wo liegt mein Sinn?“ – sie kamen nicht vor. Kaum im arbeitsfähigen Alter, musste man Geld verdienen. Auszeit? Undenkbar. Die Realität war: anpacken, Verantwortung übernehmen – so früh wie möglich. Träume waren etwas für später.

Er gehörte zur sogenannten Arbeitergeneration – geprägt von Fleiß, Pflicht und dem Wunsch, ein stabiles Leben aufzubauen.

Leo lebt heute genau dieses bessere Leben. Und Rudolf muss lernen, es nicht als Vorwurf zu sehen – sondern als Ergebnis seines eigenen Einsatzes. Ein Wohlstand, den er mitgeschaffen hat.

Arbeit als Lebensmodell vs. Arbeit als Lebensinhalt

Für Rudolf ist Arbeit Fundament, Pflicht und Leistung. Das Leben wird um den Beruf herum gebaut. Loyalität ist selbstverständlich.

Leo sieht Arbeit als Teil eines Ganzen. Sie soll sinnvoll sein, Raum lassen fürs Leben. Der Job muss zum Leben passen, nicht umgekehrt. Es geht nicht ums Wo, sondern ums Warum.

„Ich arbeite eh genug. Ich will halt leben, bevor ich alt bin“, sagt Leo im ersten Blogartikel. Und spricht damit vielen aus der Seele. Diese Haltung ist nicht undankbar – sie ist eine Konsequenz. Aus veränderten Voraussetzungen, neuen Möglichkeiten und einem anderen Blick auf das, was zählt.

Führung: Von der Manege zur Moderation

Nicht umsonst steckt in „Manager“ die Manege – mit der Dressur. Das klassische Führungsmodell war klar: Oben wird gedacht, unten wird gemacht. Druck erzeugt Leistung. Das funktionierte lange. Heute nicht mehr. Druck führt zu Flucht. Gerade Jüngere steigen aus, bevor sie im Burnout landen. Sie suchen Sinn – nicht den goldenen Käfig.

Führung heißt heute: Räume öffnen. Für Sichtweisen, Bedürfnisse, Stärken. Führungskräfte sind Brückenbauer:innen zwischen Generationen und Werten. Keine einfache Rolle – aber eine entscheidende.

Was bedeutet das für Unternehmen?

Zuhören wird zur Führungsdisziplin
Wer Loyalität nicht mehr voraussetzen kann, muss verstehen, was Menschen hält – und motiviert. Die Antwort beginnt beim Zuhören. Nicht erst im Exitgespräch, sondern davor. Die gelebte Kultur entsteht nicht zufällig, sondern durch Haltung.

Motivation braucht Individualisierung
Was früher der Dienstwagen war, ist heute oft Flexibilität, Entwicklung, Sinn. Es gibt nicht die eine Währung, die für alle gilt. Wer motivieren will, muss Menschen sehen – als Individuen.

Kultur ist kein Onboarding-PDF
Kultur zeigt sich im Alltag: Wie begrüßen wir neue Mitarbeitende? Wer wird gehört? Wer fühlt sich gesehen? Wer führen will, muss bereit sein, sich selbst zu hinterfragen. Denn: „So haben wir das immer gemacht“ ist keine Strategie – sondern ein Denkfehler.

Zwischen den Zeilen liegt die Wahrheit

In meiner Arbeit mit Unternehmen nehme ich mir zu Beginn oft Zeit für persönliche Gespräche – nicht nur mit Führungskräften, sondern mit Mitarbeitenden quer durchs Haus. Warum? Weil sich zwischen den Zeilen oft mehr zeigt als in jeder Umfrage.

Wird Kultur negativ erlebt, spüren das nicht nur die Mitarbeitenden – sondern auch deren Umfeld. Empfehlungen sinken. Gespräche über den Arbeitgeber werden spärlicher oder negativer. Bewerbungen bleiben aus.

Eine positiv erlebte Kultur zeigt sich anders: Mitarbeitende werden zu Botschafter:innen. Sie reden gerne über ihren Job. Sie empfehlen weiter – und das wirkt. Auf Bindung, Bewerberzahlen, das Miteinander.

Warum externe Perspektiven helfen

Viele Unternehmen tun sich schwer, solche Prozesse allein zu steuern. Verständlich. Interne HR-Teams sind Teil des Systems, nicht neutral. In stressigen Zeiten greifen Muster, Abwehrmechanismen entstehen. Externe Begleitung kann helfen: Als neutrale Dritte bringen wir Klarheit, ohne Vorgeschichte – und mit einem frischen Blick.

Fazit: Brücken statt Mauern

Die Geschichte von Leo und Rudolf steht für vieles, was heute in Unternehmen passiert: Unterschiedliche Generationen treffen aufeinander. Mit anderen Werten, Biografien, Erwartungen. Das sorgt für Spannungen – aber auch für Chancen.

Denn wo Vielfalt ist, entsteht Neues. Der Generationenkonflikt bleibt. Aber wir können lernen, ihn nicht als Kampf zu führen – sondern als Dialog. Einen Austausch, der manchmal unbequem, aber fast immer bereichernd ist.

Generation Langzeitvertrag trifft Generation Sabbatical

Wenn Leo ins Startup will – und Papa Rudolf ausflippt.

Ein Generationskonflikt bei Familie Schwarz

Es war einer dieser Sonntage bei Familie Schwarz: Der Frühstückstisch bog sich unter dampfendem Kaffee, frischen Semmeln und Gabis berühmten pochierten Eiern – das Fundament des familiären Friedens. Geschichten wurden ausgetauscht, gelacht, diskutiert. Bis die Stimmung – wie so oft – kippte.

Rudolf, das Familienoberhaupt, legte seine Zeitung zusammen, schob die Lesebrille hoch auf die Stirn und sagte mit sorgenvoller Stimme:
„Also, was da draußen gerade abgeht – Krieg, Inflation, Umweltkatastrophen … Da kannst du dich doch auf nichts mehr verlassen.“

Leo, sein Sohn, scrollte weiter durch Mountainbike-Zubehör am Handy. Niemand reagierte. Nicht aus Ignoranz – sondern aus Erfahrung. Alle wussten: Wenn Rudolf einmal loslegte, war es nur eine Frage der Zeit, bis es krachte.

Ein paar Minuten vergingen. Dann durchbrach Leo beiläufig das Schweigen, während er in seinem Salat stocherte:
„Übrigens – ich hab mich entschieden.“

„Aha“, murmelte Rudolf, ohne aufzublicken. „Für den Job bei der Bank?“

Leo sah kurz auf. „Nein. Ich geh zum Startup. In Berlin. Die suchen wen fürs Backend. Remote. Coole Projekte.“

Stille.
Max hob eine Augenbraue. Gabi reichte kommentarlos den Brotkorb weiter. Anna vertiefte sich auffällig intensiv in ihr Handy.
Nur Rudolf blickte seinen Sohn lange an.

„Leo“, begann er mit merklich angezogener Stimme. „Und was kommt danach – Surfen in Bali? Das ist doch kein Job. Was machst du, wenn die in sechs Monaten dichtmachen?“

„Dann mach ich halt was anderes“, zuckte Leo die Schultern. „Ich will mich ausprobieren.“

„Das ist doch naiv!“, platzte es aus Rudolf heraus. „Ihr lebt, als wär alles ein Spiel! Keine Verantwortung, keine Sorgen – so funktioniert das Leben nicht!“

Für ihn war die Absage ein Schlag ins Gesicht. Wochenlang hatte er telefoniert, Kontakte genutzt, seinem Sohn ein solides Jobangebot bei einem langjährigen Partner ermöglicht. Ein sicherer Arbeitsplatz mit Perspektive. Ordentliche Bezahlung. Und – für Rudolf das höchste Gut – Zukunftssicherheit.

Jetzt das: Ein Startup. Vage Zukunft. Weltreise. Arbeiten von überall aus. Für Rudolf grenzt das an Realitätsverweigerung.

Leo lehnte sich zurück.
„Na und? Ich arbeite eh genug. Ich will halt leben, bevor ich alt bin. Besitz ist mir nicht so wichtig. Ich will mich nicht festlegen.“

Die Stimmung war gekippt.
Rudolf fühlte sich – wieder einmal – nicht verstanden. Für ihn war Sicherheit kein Zustand, sondern etwas, das man sich erarbeitet. Mit Disziplin. Mit Verantwortung. Er war in einer Zeit groß geworden, in der man Pläne machte, um Krisen zu überleben – nicht um sich selbst zu verwirklichen.

Was für Rudolf Bedrohung war, war für Leo Alltag.
Seine Generation ist aufgewachsen inmitten permanenter Weltuntergangsmeldungen. Social Media-Feeds voller Krisen. Die Angst ist da – aber sie lähmt nicht, sie stumpft ab. Entscheidungen trifft Leo nicht aus Sorge, sondern aus Neugier. Aus dem Wunsch heraus, das eigene Leben aktiv zu gestalten. Sinnhaft. Selbstbestimmt. Jetzt.

Zwischen den Welten

Gabi, Rudolfs Frau und Leos Mutter, saß derweil zwischen den beiden. Ihr Blick wanderte von einem zum anderen. Sie kannte beide Perspektiven. Fühlte mit. Mehr, als sie sagte.

„Rudolf“, sagte sie leise, aber klar, „wenn einem ständig vermittelt wird, dass die Welt unsicher ist, dann lebt man auch so. Aber Leo ist anders aufgewachsen. Sein Blick ist nicht falsch. Vielleicht sogar richtig. Für jetzt.“

Sie war oft die Brücke. Vielleicht, dachte sie, fiel es Rudolf auch deshalb so schwer: Weil er sich selbst früher mehr Freiheit gewünscht hätte. Sich ausprobieren. Fehler machen dürfen. Damals war das keine Option. Heute nimmt Leo sich genau das – auf dem Fundament eines Wohlstands, den Rudolf mit aufgebaut hat.

Leo trank sein Wasserglas leer, sichtlich genervt. Rudolf starrte aus dem Fenster, dann sagte er – ungewohnt leise: „Ich will doch nur, dass du’s mal leichter hast als ich.“

„Und ich will, dass du siehst, dass ich meinen eigenen Weg finde“, antwortete Leo.

Zwei Welten – ein Tisch

Rudolf ist Babyboomer. Arbeit bedeutete für ihn: Sicherheit. Struktur. Verantwortung. Man blieb, wo man war – möglichst lange. Man trug, sorgte, hielt aus. Dass Leo nun einen von ihm organisierten „Top-Job“ ausschlägt, fühlt sich für ihn an wie Undankbarkeit.

Doch Leo ist nicht trotzig. Er ist Teil einer anderen Generation. Generation Z.
Für ihn zählt nicht nur, was man tut – sondern wie. Er will gestalten, wachsen, einen Unterschied machen. Nicht irgendwann. Jetzt.

So sitzen sie da – Vater und Sohn.
Zwei Generationen, zwei Weltbilder.
Zwischen Sicherheit und Sinn.
Zwischen Verantwortung und Freiheit.

Und genau das erleben wir in Unternehmen jeden Tag.

Teams, die miteinander arbeiten – aber einander oft nicht verstehen.
Führungsbilder, Erwartungen, Werte – alles im Wandel.

Im nächsten Blogbeitrag zeige ich, wie wir diese Gräben überbrücken können:
Welche Missverständnisse typischerweise entstehen, wie sich Führungsverständnisse verändert haben – und was das für die Arbeitswelt von heute und morgen bedeutet.

Warum wir in Unternehmen dringend lernen müssen, Bedürfnisse zu erkennen (und was das mit unserer Amygdala zu tun hat)

Wenn du denkst, dass eine gute Führung in Unternehmen mit noch mehr Vorgaben, Kontrolle und Druck funktioniert, dann muss ich dich enttäuschen. Aus meiner täglichen Arbeit mit Führungskräften weiß ich: Dieser Ansatz gehört ins Museum – am besten gleich neben die Schreibmaschine und das Wählscheibentelefon.

Was Unternehmen und ihre Fühungskräfte heute wirklich brauchen, ist die Fähigkeit, die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter:innen wahrzunehmen. Und bevor du jetzt abwinkst und denkst, dafür bräuchte es hochtrabende Management-Workshops oder sündhaft teure Coachings – nein. Die gute Nachricht ist: Diese Fähigkeit steckt bereits in uns. Jeder von uns hat sie. Wir haben sie nur ein bisschen verlernt.

Viele Unternehmen sind heute noch stark hierarchisch organisiert – und das ist auch kein Drama. Im Gegenteil: Diese Form der hierarchischen Führung war über Jahrzehnte ein echtes Erfolgsmodell. Man darf also ruhig anerkennen, dass Hierarchie einmal seinen guten Zweck erfüllt hat. Nur: Was früher auf Druck und klaren Ansagen aufgebaut war, stößt heute zunehmend an seine Grenzen. Denn Druck funktioniert nicht mehr – zumindest nicht nachhaltig.

Ein kleiner Blick auf die Wortherkunft verrät übrigens schon einiges: „Manager“ enthält das Wort „Manege“ – und in der Manege geht’s um Dressur. Da wird sanft oder weniger sanft gelenkt und gesteuert. Genau diese Art von Führung – die klassische „Dressur“ – verliert jedoch heute ihre Wirkung. Die Führungskräfte der Zukunft brauchen ein neues Werkzeug: Bedürfnisorientierung.

Und damit meine ich nicht, dass wir unsere Mitarbeiter:innen künftig mit Samthandschuhen anfassen müssen. Aber wer motivieren, begeistern und gemeinsam Ziele erreichen will, muss verstehen, was Menschen antreibt.

Deshalb schauen wir bei unserer Arbeit genau dorthin: auf die Bedürfnisse hinter dem Verhalten. Auf die Währungen, die jedem Menschen wichtig sind. Und genau da liegt der Schlüssel für echte Begeisterung und nachhaltigen Unternehmenserfolg.

Die vergessene Superkraft: Wahrnehmung

Unsere Amygdala – dieser kleine, unscheinbare Teil im Gehirn – hat uns früher das Leben gerettet. Sie ist der Filter für unsere Erfahrungen und hat Gefahren erkannt, bevor sie überhaupt richtig sichtbar waren. Diese feine Antenne für Stimmungen, Schwingungen und Bedürfnisse anderer haben wir alle. Wir alle sind von Natur aus kleine „Profiler“.

Nur heute sind wir so beschäftigt damit, auf unsere Handys zu starren, Social Media zu checken oder den eigenen Tagesplan zu optimieren, dass wir verlernt haben, diese Antennen bewusst zu nutzen. Dabei spüren wir sie immer noch: Dieses feine Gefühl, wenn du einen Raum betrittst und sofort merkst, ob dicke Luft herrscht oder gute Stimmung.

Bedürfnisorientierung kostet nichts – außer Aufmerksamkeit

Das Schöne ist: Bedürfnisse erkennen kostet kein Geld. Kein Zertifikat. Keine fünf Tage Teambuilding auf einer Almhütte. Es braucht nur eines: echtes Interesse am Menschen. Die Fähigkeit, den Fokus einmal weg von sich selbst und hin zum Gegenüber zu lenken.

In meinen Seminaren arbeite ich genau damit. Oft reicht eine simple Übung: Zuhören. Aktiv. Ohne dabei heimlich die nächste Antwort zu planen oder aufs Handy zu schielen. Hinhören, Hinsehen, Hinspüren.

Warum das in Unternehmen den Unterschied macht.

Was passiert, wenn wir anfangen, Bedürfnisse zu erkennen? Ganz einfach: Wir schaffen Beziehungen. Und Beziehungen sind das Rückgrat jeder erfolgreichen Organisation. Ohne echte Beziehungen wird kein Ziel erreicht, keine Innovation geboren und kein Team zusammenwachsen.

Und ja, dafür müssen wir manchmal den inneren Autopiloten ausschalten. Raus aus dem Überlebensmodus. Raus aus der Jagd nach Likes und schnellen Erfolgen. Wieder rein ins echte Miteinander.
Ein letzter Gedanke…

Ich sage in meinen Workshops: Wir haben alles, was wir brauchen, schon in uns. Es geht nicht darum, neue Tricks zu lernen. Es geht darum, alte Fähigkeiten wieder freizulegen. Die Fähigkeit, Menschen zu sehen. Nicht als Ressource, nicht als Kostenstelle, sondern als Partner am Weg zum gemeinsamen Erfolg.

Ganz sicher liegt genau darin die Zukunft guter Führung.

„Das hab ich so nicht gemeint!“ – Wie Wahrnehmung Konflikte beeinflusst

Am Esstisch der Familie Schwarz kann es schon mal heiß hergehen. Besonders, wenn Onkel Max und Rudolf, das Familienoberhaupt, anwesend sind. Max ist der erfolgreiche Unternehmer – immer in Bewegung, risikofreudig und ungeduldig gegenüber langen Diskussionen. Rudolf hingegen ist sein Gegenpol: nachdenklich, werteorientiert und jemand, der Themen tiefgründig durchdringen will.

Eines Abends entbrennt zwischen den beiden eine hitzige Diskussion. Rudolf, der gerade die Nachrichten gelesen hat, ist empört über die jüngsten Entwicklungen in der US-Politik.

„Das ist eine Katastrophe! Die Welt steuert auf eine Krise zu!“, ruft er.
Onkel Max winkt ab.
„Ach, komm schon, Rudolf. Du siehst immer nur das Negative! Das könnte auch eine wirtschaftliche Chance sein.“

Die Stimmung kippt. Während Rudolf und Max lautstark aneinandergeraten, flüchten sich die übrigen Familienmitglieder stillschweigend in ihre Lasagne – so konzentriert, als könnten sich zwischen Pasta, Hackfleisch und Béchamelsauce Goldstücke verstecken.

„Hmm, diese Lasagne!“, murmeln sie übertrieben interessiert, nur um nicht zwischen die Fronten zu geraten.

Rudolf fühlt sich nicht ernst genommen – seine Überzeugungen werden abgewertet. Max hingegen ärgert sich über das, was er als Panikmache empfindet. Was hier passiert, ist ein Paradebeispiel für Kommunikation auf unterschiedlichen Ebenen: Zwei Menschen sprechen, doch sie verstehen einander nicht.

Warum reden wir oft aneinander vorbei?

Bevor wir der Frage auf den Grund gehen, warum solche Missverständnisse entstehen, lohnt sich ein Blick zurück: Was bedeutet Wahrnehmung eigentlich?

Wahrnehmung ist weder objektiv noch neutral – und sie entwickelt sich auch nicht erst im Erwachsenenalter. Bereits im ersten Lebensjahr werden unsere Wahrnehmungsmuster geprägt. Diese bleiben uns ein Leben lang erhalten.

Verhaltensforschung und das Prozess Communication Model zeigen: Menschen nehmen ihre Umwelt sehr unterschiedlich wahr. Diese Unterschiede basieren auf inneren psychologischen Bedürfnissen und auf der Art, wie wir Erlebnisse abspeichern und interpretieren. Ob wir eher faktenorientiert, emotional, pragmatisch, wertegeleitet oder reflektierend reagieren – all das prägt auch unseren Kommunikationsstil.

Gerade unter Stress wird das besonders sichtbar: Wir kommunizieren dann nicht mehr sachlich, sondern aus unseren inneren Mustern heraus – oft unbewusst.

PCM: Sechs Wahrnehmungsarten, sechs Kommunikationsstile

Der Psychologe Taibi Kahler, Begründer des Prozess Communication Model, hat sechs typische Wahrnehmungs- und Kommunikationsstile beschrieben:

Die sechs Wahrnehmungsarten im PCM sind:

  • Denken: Wahrnehmung über Zahlen, Daten, Fakten, Logik und Analysen („Ich denke …“)
  • Meinungen: Wahrnehmung über Werte, Überzeugungen, Standpunkte („Ich bin der Meinung …“)
  • Gefühle: Wahrnehmung über Empfindungen, Beziehungen, Emotionen („Ich fühle …“)
  • Reaktionen: Wahrnehmung über spontane Vorlieben, Abneigungen, Impulse, Spaß („Gefällt mir!“, „Mag ich nicht!“) 
  • Reflexionen/Inaktion: Wahrnehmung über Vorstellungen, innere Bilder, Reflexion, Innehalten („Ich stelle mir vor …“)
  • Aktion: Wahrnehmung über Handeln, Tun, unmittelbares Umsetzen („Ich mache …“)

Erkennst du die Familie Schwarz?
Rudolf bewegt sich stark in der Wahrnehmungsart „Meinung“ – wertegeleitet, tiefgründig, überzeugt. Max hingegen verkörpert klar die Wahrnehmungsart „Aktion“ – schnell, pragmatisch, lösungsorientiert.

Wenn also Rudolf (Meinung) und Max (Aktion) aufeinandertreffen, sprechen sie bildlich gesprochen auf zwei völlig unterschiedlichen Frequenzen – wie bei einem Funkgerät mit unterschiedlichen Kanaleinstellung. Missverständnisse sind vorprogrammiert.

Stress als Verstärker von Misskommunikation

Unter Druck neigen wir dazu, in unseren bevorzugten Kommunikationsstil zurückzufallen – und zwar oft übertrieben stark.
Max, der Macher, wird ungeduldig, wenn ihm jemand mit langen Analysen kommt.
Rudolf, der Werteorientierte, wird noch ausdauernder in seiner Argumentation, um sich abzusichern.

Die Folge: Die Fronten verhärten sich. Es geht nicht mehr um Inhalte – sondern um verletzte Bedürfnisse.

Wie wir Misskommunikation vermeiden können

Hier sind fünf praxiserprobte Strategien, um solche Konflikte im Arbeitsalltag zu entschärfen:

1. Aktiv zuhören
Zuhören ohne sofort zu bewerten oder zu unterbrechen. Statt „Das ist doch Blödsinn!“ könnte Max sagen:

„Interessant, warum denkst du das?“
Das signalisiert Respekt und Offenheit.

2. Kommunikationsstil erkennen und anpassen

Frage dich: Wie kommuniziert mein Gegenüber?

– Faktenmensch? → Zahlen, Daten liefern.
– Werteorientiert? → Überzeugungen anerkennen.
– Gefühlsbetont? → Empathisch reagieren.
PCM nennt das „Andocken auf der richtigen Frequenz“.

3. Klarheit schaffen

Formuliere Erwartungen eindeutig.

„Ich brauche bis morgen eine Zusammenfassung“
ist klarer als
„Kannst du da mal drüberschauen?“

4. Konflikte als Entwicklungschance sehen

Konflikte sind nicht per se schlecht. Sie bieten Raum für Klärung und Entwicklung. Einer muss den ersten Schritt machen.

Max könnte sagen:

„Es ist nicht meine Absicht, deine Sicht abzuwerten. Ich bin interessiert, wie du das siehst.“
Rudolf könnte fragen:
„Was wäre aus deiner Sicht eine gute Lösung?“
So entsteht Dialog auf Augenhöhe.

5. Eigene Triggerpunkte erkennen

Jeder hat „rote Knöpfe“, die ihn im Streit reizen. Wer sie kennt, kann bewusster reagieren.

Max könnte sich fragen:

„Warum regt mich das so auf?“
Rudolf könnte erkennen:
„Ich brauche Anerkennung für meine Überzeugung – wie kann ich sie einfordern, ohne zu belehren?“

Fazit: Hinter jedem Streit stehen Bedürfnisse

Es geht selten nur ums Sachthema – sondern fast immer um unerfüllte psychologische Bedürfnisse.
Im Fall von Max und Rudolf:
Rudolf sehnt sich nach Anerkennung seiner Werte.
Max will für sein Handeln und seine Lösungsorientierung gesehen werden.

Wer seine eigenen Muster kennt, kann Konflikte früher entschärfen – und Kommunikation gelassener gestalten.

——

Frage an dich:

Nimm dir ein paar Minuten Zeit und notiere deine Gedanken:
→ Welche „rote Knöpfe“ hast du selbst?
→ Welche Wahrnehmungsart passt auf dich?

Ob im Journal, am Laptop oder auf Papier – es lohnt sich!

Meine Bedeutung von Motivation und Erfolg

Bist du neu hier? Dann empfehle ich dir, zuerst Leos Geschichte zu lesen, damit du den vollen Kontext verstehst und einen tieferen Einblick zum folgenden Artikel hast.

Hier geht’s zum ersten Teil <<<

Du bist schon mit Leos Erlebnissen vertraut? Perfekt, dann lass uns direkt weitermachen! 😉

Hinter all dem Ehrgeiz und dem sportlichen Erfolg stand für Leo ein tiefes Bedürfnis: Das Bedürfnis nach Bestätigung. Er suchte nach Sicherheit, nach einem Gefühl der Zugehörigkeit und nach dem Wissen, dass er einen festen Platz in der Welt hatte. Dieses Streben nach Anerkennung war mehr als nur ein Wunsch; es war ein grundlegendes Bedürfnis, das tief in seiner Kindheit verwurzelt war. Diese innere Unsicherheit prägte ihn, ohne dass er sich dessen bewusst war.

Die Jahre vergingen, und Leo lernte, seine Erfahrungen als Prägungen zu sehen, die ihn zu dem machten, was er war. Jedes Spiel, jeder Sieg und jede Niederlage trugen zu seinem Selbstverständnis bei. Sicherheit und Bestätigung waren nicht mehr seine Endziele, sondern Treiber seiner Handlungen. Er verwandelte die Unsicherheit und Angst vor Ablehnung in Motivation. Erst sehr spät merkte Leo, dass echte Sicherheit von innen kommen muss. Die Anerkennung anderer war wichtig, aber nicht ausreichend, um die tief verwurzelten Zweifel zu überwinden und seine wahre Motivation zu finden.

Während Leo auf der Tribüne des Fußballplatzes saß und nun seinem Sohn beim Spielen zusah, dachte er über die Ironie seines eigenen Lebens nach. Die Suche nach Bestätigung hat ihn weit gebracht, aber die größte Herausforderung ist ein lebenslanger Prozess: zu lernen, sich selbst zu genügen. Er hatte gelernt, dass Motivation oft ein Spiegelbild unserer tiefsten Ängste und größten Hoffnungen ist. Und während er darüber nachdachte, wie er im Laufe seines Lebens seine eigenen Unsicherheiten in Stärken umgewandelt hatte, war er bereit, diese Erkenntnisse zu teilen, zu erklären, wie jeder von uns seine ganz persönlichen Spiele spielt, auf und abseits des Feldes.

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Erkennst du dich in dieser Geschichte auf die eine oder andere Art und Weise wieder? 

Motivation ist für mich ein vielschichtiges Thema. Wenn ich persönlich über Motivation nachdenke, führt mich das zurück in meine Kindheit. Denn ich bin überzeugt, dass wir Menschen das in unserer Entwicklung spüren – jeder Mensch hat seine eigene Geschichte, seine Herkunft, seine Prägungen, seine Wurzeln und seine Erfahrungen. Daraus entstehen unterschiedliche Motive. Darin liegt der Kern der Motivation. Und damit habe ich mich, würde ich sagen, die ersten 25 Jahre meines Lebens auseinandergesetzt, ohne es zu wissen. Das Gefühl, das ich heute für mich benennen kann, umfasst vor allem das Streben nach Sicherheit. Darüber hinaus spiegelt es, ähnlich wie in Leos Geschichte, das tiefere Bedürfnis wider, Bestätigung zu finden, dass ich meinen rechtmäßigen Platz in der Welt habe.

Heute betrachte ich all diese Erfahrungen tatsächlich als ein großes Geschenk. Mir hätte nichts Besseres passieren können, als mein Leben in vollem Bewusstsein zu erleben. Denn ich bin überzeugt, dass wir genau das erhalten, was wir benötigen. Das Leben geschieht nicht einfach so; es entfaltet sich für uns. Das Leben fordert uns ständig heraus, genauer hinzusehen und aus jeder Erfahrung zu lernen und daran zu wachsen.

Wie kannst du also wahre Motivation in dir selbst oder bei anderen finden?

Fangen wir mit den Basics an 😉 

Das Wort „Motivation“ beinhaltet den Wortstamm „Motiv“ – der Grund oder das Ziel, das wir erreichen wollen. Ich sage das nicht um euch mit irgendwelchem Einheitsbrei vollzuquatschen. Denn zu oft reden wir uns gewisse Ziele nur ein, weil sie uns von der Gesellschaft aufgezwungen werden, um als “gute oder erfolgreiche” Menschen zu gelten. Ich bin überzeugt, dass wir uns zu viele dieser fremdbestimmten Ziele aufladen, was nur zu einer Scheinmotivation führt. Diese Art von Motivation kann nicht lange anhalten, weil sie nicht aus unserem eigenen Antrieb stammt, sondern von außen auf uns einwirkt. Das Resultat ist ein Verlust an Freude und Antrieb. Das wollen wir auf gar keinen Fall.

Die eigene Akzeptanz spielt deshalb eine essenzielle Rolle. Denn was mich in meiner Jugend täglich begleitet hat, war genau das: Fehlende Akzeptanz. Ich habe mich selber nicht so akzeptiert wie ich bin. Es ging immer nur um Bestätigung und diese sucht man fälschlicherweise immer zuerst im “Außen”.

Ein kleines Beispiel: 

Letztens hatte ich ein Coachinggespräch mit einer jungen Frau, die in ihrem Beruf herausragende Leistungen erbringt und von allen Seiten Lob erhält. Dennoch gestand sie mir, dass sie sich ohne diese kontinuierliche Anerkennung zutiefst unsicher fühlt – klassisches Imposter-Syndrom, wie wir es heute nennen würden. 

Daraufhin fragte ich sie: „Ist es nicht offensichtlich, dass du einen guten Job machst?“ Ihre Antwort brachte eine tiefliegende Unsicherheit zum Ausdruck: Sie sieht und hört die Anerkennung, spürt sie aber nicht; sie erhält den Applaus, fühlt sich dem aber nicht würdig. Diese Diskrepanz zwischen äußerer Anerkennung und innerer Wahrnehmung lässt sie in einem Zustand ständiger Selbstzweifel verharren. Bleibt das erwartete Lob aus, obwohl sie wirklich gute Arbeit leistet, verfällt sie in einen Strudel von Selbstzweifeln, geplagt von der Frage, ob ihre Erfolge tatsächlich auf ihr eigenes Können zurückzuführen sind oder nur zufällige Glücksfälle darstellen.

Was bedeutet es für dich, auf Lob von außen angewiesen zu sein? 

Die unschöne Wahrheit für den Monat November: Ständige Abhängigkeit von äußerem Lob ist nicht nur ermüdend, sondern macht es auch schwierig, echte Motivation zu entwickeln. Es ist eigentlich ganz logisch zu erklären. Lob erzeugt das Verlangen nach mehr Lob. Es ist eine Art Abhängigkeit – wirkt gar wie eine Droge. Und dieses dauernde Streben kann für manche richtig gefährlich werden bis zu dem Punkt, an dem die eigene Gesundheit darunter leidet. 

Stelle dir diese Frage einmal selbst: Wann ist man an dem Punkt, an dem man genug Lob bekommen hat? 

Eigentlich nie. Vielleicht braucht es oft bestimmte Schlüsselerlebnisse, um einen Wandel herbeizuführen. Manchmal begegnet man der richtigen Person oder erlebt etwas, das einen fundamental zum Umdenken bewegt. Häufiger sind es leider dramatische Ereignisse, Erlebnisse, die einen tief erschüttern.

Aus welchen Gründen beginnt der Mensch umzudenken? Ich sage es gibt 2 Gründe. Entweder ist der Schmerz groß genug, oder es gibt einen unmittelbaren Gewinn. Es gibt einen entscheidenden Punkt, den man stets im Gedächtnis behalten sollte, wenn es darum geht, seine eigene Motivation zu entdecken und zu bewahren: Wir erhalten nicht immer das, was wir uns wünschen, sondern das, was uns wachsen lässt. Das Leben fordert uns heraus, genauer hinzusehen und aus unseren Erfahrungen zu lernen. Selbst diejenigen, die durch schwere Schicksalsschläge gegangen sind und vielleicht meinen, das sei alles Unsinn, können aus meiner Erfahrung heraus verstehen: Auch wenn solche Ereignisse im Moment verheerend erscheinen und Schmerz, Verlust und Verletzungen mit sich bringen, haben sie mich letztlich doch weitergebracht und geformt.

Wir müssen lernen, aus Fehlern zu lernen und negative Erlebnisse als Teil unseres Wachstums zu sehen. Einen Fehler zu machen, ist per se nichts schlechtes, genauso wenig wie ein negatives Erlebnis. Es ist wichtig, über sich selbst lachen zu können und zu akzeptieren, dass nicht jeder Tag perfekt sein wird. 

Und jetzt kommt der ultimative Clue: Ein gewisses Maß an Selbstakzeptanz ist entscheidend. Diese innere Sicherheit zu finden, unabhängig von externer Bestätigung, ist der Schlüssel zu echter Motivation und Zufriedenheit.

Falls ihr bis hierhin gelesen habt, fragt ihr euch sicherlich:

„Aber Andreas, wie finde ich denn nun eigentlich meine Motivation?“

Spannende Frage, in der Tat. Dafür gibt es wohl unterschiedliche Ansätze. Ich persönlich lebe nach dem Prinzip von “ Anziehungskraft statt Zwang = Sog statt Druck”. Unsere Gesellschaft, einschließlich meiner Generation und besonders die meiner Eltern, ist unter dem Prinzip des Drucks aufgewachsen. Die Nachkriegsgeneration erlebte viel Kraft, weil sie etwas erreichen konnte, aber die Systeme waren so aufgebaut, dass sie auf Druck funktionierten.

Interessant wird es, wenn wir das Prinzip von „Anziehungskraft statt Zwang“ auf die jüngeren Generationen, wie die Gen Z und Alpha, anwenden. Diese Generationen unterscheiden sich fundamental von früheren Generationen, die unter dem Druck aufwachsen mussten, einfach zu arbeiten, weil es notwendig war. Mein Vater zum Beispiel hatte keine andere Wahl, als zu leben, um zu arbeiten. Nach der regulären Arbeit ging er in den Keller, um mit meiner Mutter gemeinsam Heimwerkarbeiten zu machen. Das war für damalige Zeiten das Normalste auf der Welt.

Mein 25-jähriger Sohn ist hier in einer völlig anderen Welt aufgewachsen. Die junge Generation ist informiert, vernetzt und hat früh Zugang zu Ressourcen, die ihnen helfen, ihre Leidenschaften zu entdecken. Sie wissen oft genau, was sie wollen und was nicht. Viele junge Menschen haben damit eine bemerkenswerte Fähigkeit. Sie wissen viel genauer, wo ihre Motive liegen. Das gibt ihnen die Möglichkeit, ihre Karrierepfade nach ihrem eigenen Sog zu gestalten – nicht unbedingt immer durch den Druck, der von außen aufgebaut wird. 

Junge Menschen haben längst begriffen, dass das Leben kein Einbahnstraßen-System ist. Ihnen ist bewusst, dass eine Vielzahl von Wegen und Zielen zur Verfügung steht und dass sie die Freiheit haben, ihre Richtung jederzeit zu ändern, wenn es ihnen sinnvoll erscheint.

Fühlst du deine Anziehungskraft immer noch nicht? Kein Grund zur Panik!

Das Einfachste, was du tun kannst ist, deinen Kalender zu schnappen und einen kleinen Ausflug durch das letztes Jahr zu machen. Schreibe dir auf ein Blatt Papier auf, was du alles erlebt hast – von Meetings, Projekten bis hin zu kleinen Alltagsgeschehnissen. Sortiere diese Erlebnisse dann in eine Hitliste der Höhepunkte und Tiefpunkte. Alles aufzuschreiben und dann in aus dem Bauch heraus in eine Plus- und Minusseite einzutragen, hilft, zu erkennen, was positiv war und was negativ. Im nächsten Schritt kategorisierst du dann die positiven Ereignisse: Was war gut, was war sehr gut, was will ich unbedingt wieder erleben? Bei den negativen Ereignissen dasselbe. Was war schlecht, was wirklich schlecht, und was will ich nie wieder erleben? Der erste Schritt zur wahren Motivation ist, nie wieder in die gleiche schlechte Situation zu geraten. Und bei den positiven Aspekten solltest du schauen, wie du diese oft genug wieder erleben kannst.

Wir sollten viel öfter unsere Herzensverbindung nutzen. Das Herz ist nicht nur unser Gefühlszentrum, sondern auch der stärkste Muskel. Es schlägt etwa 100.000 Mal am Tag und pumpt rund 7.200 Liter Blut durch unseren Körper. Wenn unser Verstand gestresst ist, schlägt auch unser Herz schneller. Es reagiert auf alles, was in uns gerade vorgeht, ob gut oder schlecht – gestresst oder ausgeglichen. Diese Verbindung zwischen Herz und Verstand ist entscheidend und gibt uns viel Aufschluss darüber, was uns wirklich motiviert.

Rückblickend auf meine Kindheit kann ich sagen, dass mir mein Herz oft den Weg gewiesen hat, nicht mein Verstand. Der Verstand wusste immer, was fehlte, aber das Herz spürte, was möglich war. Damals hat der Kopf oft gewonnen, aber heute erkenne ich, wie wichtig es ist, das Herz zu integrieren. Wir alle haben diese zwei Stimmen im Kopf: Eine, die immer weiß, dass etwas großartig sein könnte, und eine andere, die aus vielen Erfahrungen spricht und sagt, dass es keinen Sinn macht. Diese negative Stimme nenne ich meinen ‚Brainfucker‘ – und er ist manchmal echt laut. Am Ende des Tages liegt es aber an mir zu entscheiden, wann er eine Pause machen muss.

Also, ob du nun weiße Schuhbänder wählst oder dich für etwas Farbenfroheres entscheidest, letztendlich ist es nicht die Farbe der Schnürsenkel, die zählt. Was wirklich zählt, bist du und deine Entschlossenheit, selbstbewusst deinen eigenen Weg zu finden und diesen Weg voll und ganz anzunehmen.

 

Leos Bedeutung von Motivation und Erfolg

Leo stand am Rand des Fußballfeldes, die kalte Abendluft peitschte ihm ins Gesicht, als er sich die Kapuze über den Kopf zog und seine Augen fest aufs Feld richtete. Die Flutlichter warfen lange Schatten und verliehen dem Abend eine dramatische Kulisse, die gut zu seiner inneren Gefühlswelt passte. Er war nicht hier, um zu spielen. Zumindest nicht nur. Sein Spiel war subtiler, verborgener, eine stille Herausforderung an das Leben selbst.

Es war ein Abend wie dieser, der Leo unweigerlich in seine Kindheit zurückversetzte. Da wo sein Weg zur eigenen Motivation begann. Der Geruch von frisch geschnittenem Gras, das Knirschen seiner Fußballschuhe auf dem Spielfeld – all das führte ihn zurück zu den Tagen, an denen er, ein ruhiger, introvertierter Junge, seine Rolle in der Welt suchte. Eine Rolle, von der er damals glaubte, sie nicht verdient zu haben. 

Warum, fragst du dich? Naja, er war das jüngste von fünf Kindern. Ein Nachzügler, wie man auf gut österreichisch sagt. „Einfach nicht geplant“, wie er manchmal anderen erzählte. Ein Gedanke, der tief in ihm verankert war und ihn, ob unterbewusst oder auch nicht, sein gesamtes Leben begleiten würde.

Leos Eltern waren in jeder Hinsicht liebevoll und fürsorglich. Ihm fehlte es an nichts, und auch heute betrachtet er seine Kindheit als behütet. Doch in seiner damaligen Welt, geprägt von den Unsicherheiten eines Kindes, das um seinen Platz rang, schien diese Geborgenheit manchmal in den Hintergrund zu treten. Sport, in seinem Fall Fußball, bot ihm aber ein Ventil, einen Weg sich in seiner Welt zu beweisen.

Fußball war für Leo mehr als nur ein Spiel. Es war eine Bühne, auf der er sich selbst herausfordern und beweisen konnte. Jedes Mal, wenn er den Fußballplatz betrat, verwandelte sich der schüchterne Junge in einen entschlossenen Spieler, der jede Bewegung, jeden Pass, jeden Schuss mit einer Präzision und einem Ehrgeiz ausführte. In diesen Momenten wusste er genau, dass dies sein Platz war. 

Tief in seinem Herzen suchte Leo nicht nur nach dem Sieg im Spiel, sondern nach Bestätigung, nach einem Zeichen, dass er seinen Platz in dieser Welt verdient hatte. Er war zugegebenermaßen nicht der beste Spieler. Unter den sechs, sieben Kollegen, mit denen er damals gut befreundet war zu Teenagerzeiten, war er seiner Meinung nach nicht der beste. “Am wenigsten Talent und der schlechteste Fußballer”, dachte er. Aber was ihn immer ausgezeichnet hat, war dieser Wille, gut zu sein. Wenn er heute so zurückdenkt, hat er im Verhältnis wahrscheinlich schon ein bisschen Talent gehabt. Was ihn aber von den anderen unterschieden hat, war die Portion Willen und die Motivation es richtig gut zu machen. Und so wurde aus dem durchschnittlichen Fußballer Leo, ein sehr guter Fußballspieler. 

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Was verrät Leos Engagement auf dem Fußballfeld über seinen beruflichen Erfolg? Und welche tieferen Bedürfnisse treiben ihn wirklich an? Finde es heraus und lerne, was du für deine eigene Lebensreise daraus ziehen kannst – natürlich im nächsten Blogbeitrag! 😉 

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